kassenfinanzierte Psychotherapieverfahren
1. Verhaltenstherapie:
Basis ist die Annahme, dass jedes Verhalten erlernt ist und verändert werden kann. PatientIn und TherapeutIn analysieren zunächst gemeinsam das Problem und dahintersteckende Verhaltensmuster. Dann gibt es Unterstützung, positive Verhaltensweisen aufzubauen. Oft werden „Aufgaben“, die im Alltag zu erledigen sind mitgegeben. Das Motto der Verhaltenstherapie lautet „Hilfe zur Selbsthilfe.“
2. Tiefenpsychologisch fundierte Therapie:
Bei dieser Form, auch „dynamische Psychotherapie“ genannt, geht man davon aus, dass die Erkrankung auf einem inneren Konflikt beruht, der durch negative Erfahrungen entstand. Diesen Konflikt gilt es dem Patienten bewusst zu machen, ohne dabei zu sehr in die Tiefe zu gehen. Therapeutin und Patient legen Teilziele fest, die es zu erreichen gilt. Die Therapie erfolgt in Form von Gesprächen im Sitzen, von Angesicht zu Angesicht. Bei dieser Therapie erzählt die Patientin / der Patient. Der Therapeut / die Therapeutin hört dem Patienten zu und spricht nur wenig.
3. Psychoanalytische Therapie:
Diese Langzeittherapie ist auf zwei bis drei Jahre ausgelegt. Sie geht davon aus, dass persönliche Erfahrungen und Konflikte in der Vergangenheit die psychische Erkrankung mitverursacht haben oder aufrecht erhalten. Und dass Lebenserfahrungen die Grundeinstellung zu sich selbst und anderen beeinflussen – und damit Muster prägen, die unbewusst das Fühlen, Denken und Handeln beeinflussen. Ziel der Therapie ist, sich dieser unbewussten Prozesse bewusst zu werden. Die AnalysanInnen liegen auf der Couch und beschreiben ohne Blickkontakt zur Therapeutin / zum Therapeuten, was ihnen durch den Kopf geht. Die Therapeutin / der Therapeut hört zu, urteilt nicht und greift wenig ein.
4. Systematische Therapie:
Diese Therapieform ergänzt das Portfolio für Erwachsene seit Juli 2020 und ist vergleichsweise kostengünstig, weil sie oft mit wenigen Sitzungen in längeren Abständen funktioniert. Im Mittelpunkt stehen die Beziehungen der Patientin und wie sie an der Entstehung und Aufrechterhaltung der psychischen Probleme beteiligt sind. Das Motto: „Eine gestörte Psyche ist Ausdruck eines gestörten Systems.“ Die bekannteste Methode ist die Familienaufstellung.